»VERTRIEBEN – VERLOREN – VERTEILT«

Drehscheibe Pöppendorf 1945 – 1951

Bis 28.04.2019

Im Waldhusener Forst, zwischen dem alten Bahnhof Kücknitz und Pöppendorf in der Gemarkung Waldhusen-Pöppendorf, befand sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges das größte Flüchtlingsdurchgangslager Norddeutschlands. Zwischen Ende 1945 und Anfang 1951 fanden hier mehr als eine halbe Million Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Aufnahme.
Errichtet wurde das Lager auf Anweisung der Britischen Militärregierung, die den Ort zunächst seit Juli 1945 als Entlassungslager für die fast 80.000 Wehrmachtangehörigen der deutschen Norwegen-Armee eingerichtet hatten. Die ersten Vertriebenen trafen im November des Jahres ein.

Dieser stille Ort im Wald war damals eine Drehscheibe für die Verschiebung riesiger Menschenmengen aus Danzig, Königsberg oder Stettin in den gesamten norddeutschen Raum. 1946 wurden das ganze Jahr über durch das Lager täglich bis zu 3.000 Menschen durchgeschleust. Es war eine gewaltige logistische Leistung, diese Menschen aufzufangen, zu versorgen und an einen sicheren Bestimmungsort weiterzuleiten.
Über die Aufnahme der Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten hinaus wurde hier der Transport zehntausender von Menschen von einer Besatzungszone in die andere organisiert. Durch die Auswirkungen des Krieges befanden sich Millionen Deutscher nicht mehr an ihrem Wohnort, die Suche nach Angehörigen bestimmte ihren Alltag.

Im Frühjahr 1947 waren die Aufnahmekapazitäten in den Städten und Kreisen Schleswig-Holsteins erschöpft und die nun eintreffenden Flüchtlinge verblieben teilweise Wochen und Monate lang im Lager. Im Herbst des gleichen Jahres wurden hier schließlich im Rahmen der „Operation Oasis“ tausende jüdische Flüchtlinge der „Exodus“ untergebracht. Das Lager wurde danach noch bis zum Sommer 1950 als Wohn- und Durchgangslager genutzt. Im Frühjahr 1951 wurde das Lager schließlich aufgelöst und abgerissen.

Eröffnung: Sonntag, 28.10.2018, 11 Uhr


Individuelle Führungen und Angebote für Kindergärten, Schulklassen und andere Gruppen

Je nach Gruppe, Alter und Interessen werden mit Leitungen bzw. Lehrkräften die Themen, Inhalte und dazu passende Aktivitäten zusammengestellt.
Führungen durch die gesamte Ausstellung oder zu bestimmten Themenstellungen sind möglich.
Dazu werden folgende Aktionen als mögliche Bestandteile angeboten:

„750.000 Ost-West-Wanderer“ 
Erstellen einer Zeitung, besonders für Schulklassen geeignet, hier geht es zum Angebot.

„Mit Sack und Pack“ 
Was will und kann ich in einer Notsituation in meinem kleinen Rucksack mitnehmen, siehe unter Angebot für Kinder und deren Erwachsene. Weil die Materialien nur begrenzt zur Verfügung stehen, ist eine frühzeigte Anmeldung erforderlich.
Anmeldungen und Terminabsprachen erforderlich bei Helga Martens,
Tel: 0451 74894 (AB) oder helga.martens@travedsl.de 

Gruppenleitungen und Lehrkräfte können sich bei inhaltlichen Fragen und zur Absprachen von besonderen Teilführungen wenden an:
Christian Rathmer, M.A.
Tel: 0160 - 96 72 42 25
Mail: rathmers@beyersdorf.com 

oder 

Lea Märtens, B.A.
Mail: lea_maertens@gmx.de 

Wir danken unseren Förderern und Partnern:

Possehl Stiftung
Gemeinnützige Sparkassen-Stiftung zu Lübeck
Reinhold-Jarchow-Stiftung
Verein für Lübecker Industrie- und Arbeiterkultur e.V.
Bluhme-Jebsen-Stiftung

Die nächsten Termine der Ausstellung

SO | 13.01.2019 | 11:00 - 13:00 Uhr
Öffentliche Führung
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung
VERTRIEBEN - VERLOREN - VERTEILT. Drehscheibe Pöppendorf 1945-1951
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung
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Das Pöppendorfer Lager

Im Waldhusener Forst, zwischen dem alten Bahnhof Kücknitz und dem Dorf Pöppendorf, befand sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges das größte Flüchtlingsdurchgangslager Norddeutschlands. Zwischen Ende 1945 und Anfang 1951 fanden hier mehr als eine halbe Millionen Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Aufnahme. Errichtet wurde das Lager auf Anweisung der Britischen Militärregierung, die den Ort zunächst seit Juli 1945 als Entlassungslager für die fast 80.000 Wehrmachtangehörigen der deutschen Norwegen Armee eingerichtet hatten.

Die ersten Vertriebenen trafen im November des Jahres ein. Dieser stille Ort im Wald war damals eine Drehscheibe für die Verschiebung riesiger Menschenmengen aus Danzig, Königsberg oder Stettin in den gesamten norddeutschen Raum. 1946 wurden das ganze Jahr über durch das Lager täglich bis zu 3.000 Menschen durchgeschleust. Es war eine gewaltige logistische Leistung, diese Menschen aufzufangen, zu versorgen und an einen sicheren Bestimmungsort weiterzuleiten.

Im Frühjahr 1947 waren die Aufnahmekapazitäten in den Städten und Kreisen Schleswig-Holsteins erschöpft und die nun eintreffenden Flüchtlinge verblieben teilweise Wochen und Monate lang im Lager. Im Herbst des gleichen Jahres wurden hier schließlich im Rahmen der „Operation Oasis“ tausende jüdische Flüchtlinge der „Exodus“ untergebracht.

Das Lager wurde danach noch bis zum Sommer 1950 als Wohn- und Durchgangslager genutzt.

Im Frühjahr 1951 wurde das Lager schließlich aufgelöst und abgerissen.


Anmeldungen sind nicht erforderlich.


Ergänzend zu der Ausstellung hat der Verein für Lübecker Industrie und Arbeiterkultur e.V. eine Dokumentation in Buchform herausgegeben.
Zu beziehen für 10,00 EUR im Industriemuseum Geschichtswerkstatt Herrenwyk.


Preis: Erwachsene: 7 / Kinder & Jugendliche 6-15 Jahre: 2 / 16-18 Jahre: 5 €
DO | 17.01.2019 | 18:00 - 20:00 Uhr
Vortrag
Die Vertreibungslager in Stettin
mit Lea Märtens, Historikerin
Die Vertreibungslager in Stettin
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"Pöppendorf war mit meist nur ein bis drei Tagen Aufenthalt eine Zwischenstation auf dem Weg der Vertriebenen und Flüchtlinge. Auch Stettin hatte als Hafenstadt mit Zugverbindungen gen Westen eine große Bedeutung, gerade mit dem Einsetzen der sog. organisierten Vertreibungen.

Von den dortigen Durchgangslagern und den Umständen, denen die Menschen ausgesetzt waren, veranschaulicht durch Zeitzeugenberichte handelt dieser Vortrag von Lea Märtens, Historikerin und Mitgestalterin der Ausstellung."


Anmeldungen sind nicht erforderlich

Preis: Erwachsene: 7 / Kinder & Jugendliche 6-15 Jahre: 2 / 16-18 Jahre: 5 €
SO | 20.01.2019 | 14:00 - 16:00 Uhr
Workshop
"Mit Sack und Pack"
Angebote für Kinder und deren Eltern/ Großeltern
"Mit Sack und Pack"
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Viele Dinge liegen bereit, die für Kinder und Erwachsene wichtig sind. Schnell musste damals das Notwendigste zusammengerafft werden. Es musste in Rucksäcke passen und es durfte nicht zu schwer sein. Für jede Person stand nur ein Rucksack zur Verfügung, Rucksäcke für Kinder aus Grubenhandtüchern und Rucksäcke für Erwachsene vielfach aus Kartoffelsäcken. 

Die Rucksäcke werden vor Ort genäht, im Schnellverfahren, ganz einfach, dennoch stabil. Dann wollen wir aus den vielen bereitliegenden Gegenständen das einpacken, was wichtig ist, was mitgenommen werden kann und muss. Die Rucksäcke können zum Schluss mit nach Hause genommen werden.

Anmeldungen erforderlich bei Helga Martens
Tel. 0451 74894 (AB) oder Helga.martens@travedsl.de 

1 Erwachsener und Kinder 13 Euro

2 Erwachsene und Kinder 20 Euro