»VERTRIEBEN – VERLOREN – VERTEILT«

Drehscheibe Pöppendorf 1945 – 1951

Ab 28.10.2018 bis 28.04.2019

Im Waldhusener Forst, zwischen dem alten Bahnhof Kücknitz und Pöppendorf in der Gemarkung Waldhusen-Pöppendorf, befand sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges das größte Flüchtlingsdurchgangslager Norddeutschlands. Zwischen Ende 1945 und Anfang 1951 fanden hier mehr als eine halbe Million Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Aufnahme.
Errichtet wurde das Lager auf Anweisung der Britischen Militärregierung, die den Ort zunächst seit Juli 1945 als Entlassungslager für die fast 80.000 Wehrmachtangehörigen der deutschen Norwegen-Armee eingerichtet hatten. Die ersten Vertriebenen trafen im November des Jahres ein.

Dieser stille Ort im Wald war damals eine Drehscheibe für die Verschiebung riesiger Menschenmengen aus Danzig, Königsberg oder Stettin in den gesamten norddeutschen Raum. 1946 wurden das ganze Jahr über durch das Lager täglich bis zu 3.000 Menschen durchgeschleust. Es war eine gewaltige logistische Leistung, diese Menschen aufzufangen, zu versorgen und an einen sicheren Bestimmungsort weiterzuleiten.
Über die Aufnahme der Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten hinaus wurde hier der Transport zehntausender von Menschen von einer Besatzungszone in die andere organisiert. Durch die Auswirkungen des Krieges befanden sich Millionen Deutscher nicht mehr an ihrem Wohnort, die Suche nach Angehörigen bestimmte ihren Alltag.

Im Frühjahr 1947 waren die Aufnahmekapazitäten in den Städten und Kreisen Schleswig-Holsteins erschöpft und die nun eintreffenden Flüchtlinge verblieben teilweise Wochen und Monate lang im Lager. Im Herbst des gleichen Jahres wurden hier schließlich im Rahmen der „Operation Oasis“ tausende jüdische Flüchtlinge der „Exodus“ untergebracht. Das Lager wurde danach noch bis zum Sommer 1950 als Wohn- und Durchgangslager genutzt. Im Frühjahr 1951 wurde das Lager schließlich aufgelöst und abgerissen.

Eröffnung: Sonntag, 28.10.2018, 11 Uhr


Individuelle Führungen und Angebote für Kindergärten, Schulklassen und andere Gruppen

Je nach Gruppe, Alter und Interessen werden mit Leitungen bzw. Lehrkräften die Themen, Inhalte und dazu passende Aktivitäten zusammengestellt.
Führungen durch die gesamte Ausstellung oder zu bestimmten Themenstellungen sind möglich.
Dazu werden folgende Aktionen als mögliche Bestandteile angeboten:

„750.000 Ost-West-Wanderer“ 
Erstellen einer Zeitung, besonders für Schulklassen geeignet, hier geht es zum Angebot.

„Mit Sack und Pack“ 
Was will und kann ich in einer Notsituation in meinem kleinen Rucksack mitnehmen, siehe unter Angebot für Kinder und deren Erwachsene. Weil die Materialien nur begrenzt zur Verfügung stehen, ist eine frühzeigte Anmeldung erforderlich.
Anmeldungen und Terminabsprachen erforderlich bei Helga Martens,
Tel: 0451 74894 (AB) oder helga.martens@travedsl.de 

Gruppenleitungen und Lehrkräfte können sich bei inhaltlichen Fragen und zur Absprachen von besonderen Teilführungen wenden an:
Christian Rathmer, M.A.
Tel: 0160 - 96 72 42 25
Mail: rathmers@beyersdorf.com 

oder 

Lea Märtens, B.A.
Mail: lea_maertens@gmx.de 

Wir danken unseren Förderern und Partnern:

Possehl Stiftung
Gemeinnützige Sparkassen-Stiftung zu Lübeck
Reinhold-Jarchow-Stiftung
Verein für Lübecker Industrie- und Arbeiterkultur e.V.
Bluhme-Jebsen-Stiftung

Die nächsten Termine der Ausstellung

SO | 28.10.2018 | 11:00 - 13:00 Uhr
Öffentliche Führung
Eröffnung der Sonderausstellung VERTRIEBEN - VERLOREN - VERTEILT
Drehscheibe Pöppendorf 1945- 1951
Eröffnung der Sonderausstellung VERTRIEBEN - VERLOREN - VERTEILT
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wir würden uns freuen Sie begrüßen zu dürfen !

Grußworte: Kultursenatorin Kathrin Weiher

Einführung: Museumsleiterin Dr. Bettina Braunmüller und Kurator Christian Rathmer, M.A.


Das Pöppendorfer Lager

Im Waldhusener Forst, zwischen dem alten Bahnhof Kücknitz und dem Dorf Pöppendorf, befand sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges das größte Flüchtlingsdurchgangslager Norddeutschlands. Zwischen Ende 1945 und Anfang 1951 fanden hier mehr als eine halbe Millionen Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Aufnahme. Errichtet wurde das Lager auf Anweisung der Britischen Militärregierung, die den Ort zunächst seit Juli 1945 als Entlassungslager für die fast 80.000 Wehrmachtangehörigen der deutschen Norwegen Armee eingerichtet hatten.

Die ersten Vertriebenen trafen im November des Jahres ein. Dieser stille Ort im Wald war damals eine Drehscheibe für die Verschiebung riesiger Menschenmengen aus Danzig, Königsberg oder Stettin in den gesamten norddeutschen Raum. 1946 wurden das ganze Jahr über durch das Lager täglich bis zu 3.000 Menschen durchgeschleust. Es war eine gewaltige logistische Leistung, diese Menschen aufzufangen, zu versorgen und an einen sicheren Bestimmungsort weiterzuleiten.

Im Frühjahr 1947 waren die Aufnahmekapazitäten in den Städten und Kreisen Schleswig-Holsteins erschöpft und die nun eintreffenden Flüchtlinge verblieben teilweise Wochen und Monate lang im Lager. Im Herbst des gleichen Jahres wurden hier schließlich im Rahmen der „Operation Oasis“ tausende jüdische Flüchtlinge der „Exodus“ untergebracht.

Das Lager wurde danach noch bis zum Sommer 1950 als Wohn- und Durchgangslager genutzt.

Im Frühjahr 1951 wurde das Lager schließlich aufgelöst und abgerissen.

Preis: Erwachsene: 4 / Ermäßigte: 3 / Kinder & Jugendliche 6-15 Jahre: 2 €
Mit der Eintrittskarte wird ein weiterer kostenloser Eintritt erworben.
SO | 11.11.2018 | 11:00 - 13:00 Uhr
Öffentliche Führung
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung
VERTRIEBEN - VERLOREN - VERTEILT. Drehscheibe Pöppendorf 1945-1951
Öffentliche Führung durch die Sonderausstellung
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Das Pöppendorfer Lager

Im Waldhusener Forst, zwischen dem alten Bahnhof Kücknitz und dem Dorf Pöppendorf, befand sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges das größte Flüchtlingsdurchgangslager Norddeutschlands. Zwischen Ende 1945 und Anfang 1951 fanden hier mehr als eine halbe Millionen Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten Aufnahme. Errichtet wurde das Lager auf Anweisung der Britischen Militärregierung, die den Ort zunächst seit Juli 1945 als Entlassungslager für die fast 80.000 Wehrmachtangehörigen der deutschen Norwegen Armee eingerichtet hatten.

Die ersten Vertriebenen trafen im November des Jahres ein. Dieser stille Ort im Wald war damals eine Drehscheibe für die Verschiebung riesiger Menschenmengen aus Danzig, Königsberg oder Stettin in den gesamten norddeutschen Raum. 1946 wurden das ganze Jahr über durch das Lager täglich bis zu 3.000 Menschen durchgeschleust. Es war eine gewaltige logistische Leistung, diese Menschen aufzufangen, zu versorgen und an einen sicheren Bestimmungsort weiterzuleiten.

Im Frühjahr 1947 waren die Aufnahmekapazitäten in den Städten und Kreisen Schleswig-Holsteins erschöpft und die nun eintreffenden Flüchtlinge verblieben teilweise Wochen und Monate lang im Lager. Im Herbst des gleichen Jahres wurden hier schließlich im Rahmen der „Operation Oasis“ tausende jüdische Flüchtlinge der „Exodus“ untergebracht.

Das Lager wurde danach noch bis zum Sommer 1950 als Wohn- und Durchgangslager genutzt.

Im Frühjahr 1951 wurde das Lager schließlich aufgelöst und abgerissen.

Preis: Erwachsene: 7 / Kinder & Jugendliche 6-15 Jahre: 2 / 16-18 Jahre: 5 €
SA | 17.11.2018 | 11:00 - 13:00 Uhr
Vortrag
Dänemarkrückkehrer aus dem Lager Oksbøl
mit Jane Kischel, Jugendbuchautorin
Dänemarkrückkehrer aus dem Lager Oksbøl
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Jane Kischel ist Kinderbuchautorin und hat sich in ihrem Buch "Marlene Gober" mit den Flüchtlingen aus Ostpreußen 1945 beschäftigt.


Wie viele andere landete die Familie mit dem Schiff in Dänemark und wurde im größten Flüchtlingslager in Dänemark, nahe dem Dorf Oksbøl, interniert.

Dieser Roman erzählt die Geschichte einer fiktiven Familie aus Königsberg aus Sicht der Tochter Marlene. Ihre Geschichte könnte jedoch wahr sein, denn viele ihrer Erlebnisse sind an wirklichen Ereignissen angelehnt.

Jane Kischel hält einen Vortrag über die Situation der ostpreußischen Flüchtlinge in dem dänischen Flüchtlingslager und deren Rückkehr nach Deutschland 1947.







Anmeldung nicht erforderlich.

Preis: Erwachsene: 7 / Kinder & Jugendliche 6-15 Jahre: 2 / 16-18 Jahre: 5 €