Die LÜBECKER MUSEEN haben wieder geöffnet

Liebe Besucher:innen,

die LÜBECKER MUSEEN haben wieder ihre Türen für Sie geöffnet!

Für Ihren Museumsbesuch ist eine vorherige Terminvereinbarung notwendig. Dies geht ganz einfach spontan durch unsere Mitarbeitenden an der Museumskasse vor Ort oder telefonisch unter 04511224242 oder per Email. Bitte nennen Sie in ihrer Nachricht unbedingt den Namen des Museums , dass Sie gern besuchen möchten.

Zu Ihrer eigenen Sicherheit findet eine Kontaktdatenerfassung statt. Dafür nutzen wir die Luca-App. Ihre Kontaktdaten können Sie direkt in die App hochladen, oder Sie füllen einfach händisch unseren Kontaktbogen an der Museumskasse aus. 

Beachten Sie bitte auch die dafür notwendigen Hygiene- und Sicherheitsbedingungen.

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  • Foto: Olaf Malzahn
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Not macht erfinderisch – zivile Notgegenstände aus Militärmaterialien
25. Oktober 2020 bis 30. Mai 2021

In der Ausstellung „Not macht erfinderisch – zivile Notgegenstände aus Militärmaterialien. Die Sammlung Olaf Weddern“ sehen Sie, grob gesagt, dringende Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs gefertigt aus den Überresten des 2. Weltkrieges.

Fast alle Exponate stammen aus der privaten Sammlung von Herrn Olaf Weddern. Eine größtmögliche Auswahl dieser sehr seltenen Objekte wird nun in unserem Industriemuseum in Herrenwyk erstmals einer Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Not macht erfinderisch und man kann nur das benutzen, was man hat. Diese banalen Erkenntnisse führten nach dem zweiten Weltkrieg zu skurrilen Umbauten von Militärmaterialen, die man im Überfluss besaß, zu zivilen Notgegenständen wie Küchengeschirr oder Kinderspielzeug.

Die Ausstellung beschreibt die Not und das Leid sowie die Armut im vom Krieg zerstörten Nachkriegsdeutschland und die Situation, in der Kinder und Erwachsene leben mussten, von der Ernährungs- über die Wohnsituation und soziale Aspekte.

Die von Privatpersonen umgebauten Notgegenstände, auch Konversionsgegenstände genannt, wirken dabei zum einen befremdlich, da wir den Anblick von Militaria nicht gewohnt sind (und sie durch den Umbau manchmal auch kaum noch als solche erkennen), andererseits wird in ihnen die Ironie der Geschichte deutlich, wenn man sieht, wie aus einer Glasmine eine Schüssel mit Blümchendekor gefertigt wurde oder eine Spielzeugeisenbahn für einen kleinen Jungen aus Patronenschachteln. Mit welchem Einfallsreichtum die Menschen ihren Alltag improvisierten wird hierbei deutlich und, dass sie nicht nur das Nötigste herstellten, sondern auch schöne Dinge, da auch sie offensichtlich zu einem erfüllten Leben und einem Streben nach dem Gefühl der Normalität in Zeiten höchster Anormalität von Nöten waren. Des Weiteren schlägt die Ausstellung, die neben den Exponaten auch umfangreiches Text- und Bildmaterial beinhaltet, noch einen Bogen zur Fertigung von Notgegenständen aus Militärmaterial international, die spätere Konsumgesellschaft des Wirtschaftswunders, die einen krassen Kontrast zum vorherigen Elend in Deutschland bildete, und wirft abschließend einen Blick auf eine heute verbreitete Tendenz, sich auf solche Situationen einzustellen und auf solche Ausnahmesituationen vorbereitet zu sein.